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Die Dinge, die wir im Griff haben, sind nicht selbstverständlich
23. April 2026

Die Dinge, die wir im Griff haben, sind nicht selbstverständlich

Wir kämpfen für das, was wir noch nicht haben – und übersehen dabei, was wir bereits geschaffen haben. Warum echte Dankbarkeit kein Pflichtprogramm ist, sondern eine Kraft, die dein Leben von innen heraus verändert.

Es gibt einen Satz, der mich immer wieder innehalten lässt:

Die Dinge, die wir im Griff haben, sind nicht selbstverständlich.

Nicht die grosse Gesundheit. Nicht das Dach über dem Kopf. Nicht die Fähigkeit, morgens aufzustehen und einen neuen Tag zu beginnen. Nicht einmal die Tatsache, dass du gerade diese Zeilen lesen kannst.

Wir kämpfen so sehr für das, was wir noch nicht haben – den Durchbruch, die Freiheit, den Erfolg, die Beziehung – dass wir vergessen, was bereits da ist. Was wir bereits geschaffen haben. Was bereits funktioniert.

Warum unser Gehirn das Fehlende immer lauter macht

Das ist keine Schwäche. Das ist Biologie.

Unser Gehirn ist evolutionär darauf ausgerichtet, Bedrohungen und Mängel wahrzunehmen – der sogenannte Negativity Bias. Was fehlt, was schiefläuft, was noch nicht erreicht ist, wird stärker gewichtet als das, was bereits gut ist. Das war überlebenswichtig in einer Zeit, in der Gefahren real und unmittelbar waren.

Heute bedeutet es: Wir scrollen durch unser Leben und sehen vor allem das, was noch nicht stimmt. Wir vergleichen uns mit anderen und sehen vor allem das, was sie haben und wir nicht. Wir planen die Zukunft und übersehen dabei die Gegenwart.

Das Ergebnis ist ein leises, chronisches Gefühl von Unzulänglichkeit – obwohl wir objektiv betrachtet bereits sehr viel im Griff haben.

Was echte Dankbarkeit ist – und was sie nicht ist

Dankbarkeit ist nicht das Lächeln, das du aufsetzen sollst, wenn es dir schlecht geht. Es ist kein spirituelles Pflichtprogramm. Und es bedeutet nicht, Probleme zu ignorieren oder so zu tun, als wäre alles gut.

Echte Dankbarkeit ist ein Akt der Aufmerksamkeit. Es ist die bewusste Entscheidung, innezuhalten und zu sehen, was tatsächlich da ist.

Ich erinnere mich an einen Moment, in dem mir das zum ersten Mal wirklich klar wurde. Nach Corona, nach dem Verlust meiner Praxis, nach dem Neustart – da war ich so fokussiert auf das, was nicht funktionierte, dass ich nicht mehr sah, was ich bereits aufgebaut hatte. Die Fähigkeiten. Die Erfahrungen. Die Menschen, die mir vertrauten. Die Kraft, die mich durch alles getragen hatte.

Erst als ich anfing, das bewusst wahrzunehmen, veränderte sich etwas. Nicht die äusseren Umstände – aber meine innere Haltung zu ihnen.

Was Dankbarkeit neurobiologisch bewirkt

Das ist keine Esoterik. Das ist Wissenschaft.

Wenn wir bewusst Dankbarkeit empfinden, schüttet das Gehirn Dopamin und Serotonin aus – die gleichen Botenstoffe, die auch bei positiven Erlebnissen aktiv sind. Gleichzeitig sinkt der Cortisolspiegel, das Stresshormon, das bei chronischer Anspannung so viel Schaden anrichtet.

Studien zeigen, dass Menschen, die regelmässig Dankbarkeit praktizieren, nicht nur glücklicher sind – sie schlafen besser, haben ein stärkeres Immunsystem, erholen sich schneller von Rückschlägen und leben im Durchschnitt länger. Dankbarkeit ist damit auch ein zentraler Baustein von Longevity – einem langen, gesunden, erfüllten Leben.

Im Brain Hacking nennen wir das die Umprogrammierung des Fokus. Nicht weil wir uns etwas vormachen wollen – sondern weil wir dem Gehirn beibringen, auch das Gute zu registrieren, nicht nur das Fehlende.

Eine Übung, die du heute noch machen kannst

Nimm dir heute Abend drei Minuten. Nicht mehr.

Setz dich hin, atme einmal tief durch – und beantworte diese drei Fragen schriftlich:

Was habe ich heute im Griff gehabt, das ich als selbstverständlich betrachtet habe?
Vielleicht war es die Energie, um den Tag zu meistern. Ein Gespräch, das gut lief. Die Fähigkeit, eine Entscheidung zu treffen.

Was in meinem Leben funktioniert gerade – auch wenn es nicht perfekt ist?
Nicht das Grosse. Das Kleine. Die Routine, die hält. Die Beziehung, die trägt. Der Körper, der mitmacht.

Wofür bin ich heute dankbar – auch wenn es sich nicht danach anfühlt?
Manchmal ist Dankbarkeit eine Entscheidung, bevor sie ein Gefühl ist.

Schreib es auf. Nicht im Kopf – auf Papier oder in dein Handy. Der Akt des Schreibens verankert es im Nervensystem.

Was sich verändert, wenn du anfängst zu sehen, was da ist

Es ist kein dramatischer Moment. Es ist ein langsames Verschieben.

Du wirst nicht von einem Tag auf den anderen aufhören, das Fehlende zu sehen. Aber du wirst anfangen, auch das Vorhandene zu sehen. Und irgendwann – nach Wochen, nach Monaten – merkst du, dass sich dein inneres Grundgefühl verändert hat. Nicht weil sich alles verändert hat. Sondern weil du anders hinschaust.

Die Dinge, die wir im Griff haben, sind nicht selbstverständlich.

Sie sind das Fundament, auf dem alles andere aufbaut.


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