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Mara Giannachi – Loslassen und innere Freiheit
Transformation · Loslassen

Was mir der Tod zweier geliebter Menschen über das Loslassen gelehrt hat

Von Mara Giannachi · 10. Mai 2026 · 7 Min. Lesezeit

Es gibt Lebensjahre, die einen formen. Und dann gibt es jene, die einen brechen – und in den Bruchstellen das Wertvollste hinterlassen, was das Leben zu bieten hat.

Für mich war das ein Jahr, in dem ich zwei Menschen verloren habe, die mir am nächsten waren. Meinen Bruder. Und meinen Vater. Beide im selben Jahr.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich nach dem zweiten Abschied am Küchentisch saß und nicht weinte. Nicht weil ich nicht traurig war – sondern weil die Trauer so tief war, dass sie keinen Weg nach aussen fand. Sie sass einfach da, in meiner Brust, schwer und still.

In dieser Zeit habe ich etwas gelernt, das kein Coaching-Seminar und kein Buch mir hätte beibringen können: Was es wirklich bedeutet, loszulassen.

Loslassen ist kein Vergessen

Das grösste Missverständnis über das Loslassen ist, dass es bedeutet, jemanden oder etwas hinter sich zu lassen. Als würde man eine Tür schliessen und nie mehr zurückschauen.

Das stimmt nicht.

„Loslassen bedeutet: Du erlaubst dem Leben, weiterzugehen – während du die Erinnerung im Herzen trägst."

Als mein Bruder starb, habe ich lange versucht, die Trauer zu kontrollieren. Ich dachte, wenn ich nur stark genug bin, wenn ich nur funktioniere, dann wird es irgendwann leichter. Ich habe gearbeitet. Ich habe geplant. Ich habe alles ausser dem einen getan: fühlen.

Mein Körper hat mir dann gezeigt, was ich nicht wahrhaben wollte. Chronische Rückenschmerzen. Migräne. Erschöpfung, die kein Schlaf wegmachen konnte. Mein Nervensystem war in einem Dauerzustand der Anspannung – weil ich die Trauer nicht durch mich hindurchliess.

Zwei Verluste im selben Jahr – und was sie verändert haben

Als dann auch mein Vater starb, noch im selben Jahr, war etwas in mir fertig damit, stark zu sein. Nicht im Sinne von Aufgeben. Sondern im Sinne von: Ich kann nicht mehr so tun, als wäre das Leben selbstverständlich.

Zwei Menschen, die ich geliebt habe, waren einfach weg. Kein Abschied, der sich richtig angefühlt hatte. Keine Zeit, um zu sagen, was noch ungesagt war. Nur: vorher – und nachher.

Und in diesem Nachher habe ich begonnen, anders zu leben. Ich habe angefangen, schöne Momente wirklich zu geniessen – nicht als wären sie die letzten, sondern als wären sie das, was das Leben ausmacht. Ein Kaffee am Morgen mit Blick auf die Berge. Ein Lachen mit einer Freundin. Ein Sonnenuntergang, der mich kurz innehalten lässt.

Diese kleinen Momente waren immer da. Aber ich hatte sie nicht gesehen – weil ich zu beschäftigt war mit dem, was noch kommen musste, was noch nicht fertig war, was noch nicht gut genug war. Verlust lehrt Achtsamkeit auf eine Art, die keine Meditationsapp der Welt kann.

Warum Loslassen ein Prozess ist – kein Moment

Viele Frauen kommen zu mir und sagen: „Ich weiss, dass ich loslassen muss. Aber ich weiss nicht wie." Und ich verstehe das so gut.

Denn Loslassen ist kein Entschluss. Es ist kein Moment, in dem du sagst: „So, ab heute lasse ich los." Es ist ein Prozess. Ein langsamer, manchmal schmerzhafter, manchmal überraschend leichter Prozess.

Er beginnt damit, dass du aufhörst zu kämpfen. Nicht gegen den Schmerz. Nicht gegen die Trauer. Nicht gegen das, was war oder nicht war. Sondern du lässt es einfach da sein – ohne es wegzuschieben, ohne es zu dramatisieren, ohne es zu analysieren.

Dein Nervensystem braucht das. Es braucht die Erlaubnis, zu fühlen – damit es danach wieder loslassen kann. Ich habe in meiner eigenen Coaching-Ausbildung gelernt, wie tief Verluste im Körper gespeichert werden. Nicht nur emotional, sondern physisch. Die Anspannung in den Schultern. Der Kloß im Hals. Das Gefühl, nicht richtig atmen zu können.

„Loslassen passiert nicht im Kopf. Es passiert im Körper."

Was mir geholfen hat – und was ich heute meinen Klientinnen mitgebe

Ich werde nicht so tun, als hätte ich einen Zauberweg gefunden. Aber es gibt drei Dinge, die mir damals wirklich geholfen haben – und die ich heute auch in meiner Arbeit einsetze:

01

Den Schmerz benennen, ohne ihn zu bewerten

Nicht: 'Ich sollte darüber hinweggekommen sein.' Sondern: 'Ich vermisse ihn. Und das ist in Ordnung.' Sprache hat eine enorme Kraft – sie kann den Schmerz entweder festhalten oder ihm erlauben, sich zu bewegen.

02

Den Körper einladen, statt ihn zu übergehen

Spazierengehen in der Natur. Tief atmen. Die Hände auf die Brust legen und fühlen, was da ist. Das klingt einfach – und es ist gleichzeitig das Schwerste. Weil wir so trainiert sind, im Kopf zu leben.

03

Schöne Momente bewusst wahrnehmen

Nicht als Ablenkung. Sondern als Erinnerung daran, dass das Leben auch das enthält. Schönheit und Schmerz schliessen sich nicht aus. Sie gehören beide dazu.

Loslassen als Weg zur Freiheit

Heute, einige Jahre nach diesem schweren Jahr, lebe ich in den Bergen der Schweiz. Ich begleite Frauen dabei, alte Muster aufzulösen, innere Blockaden loszulassen und ein Leben zu gestalten, das sich wirklich nach ihnen anfühlt.

Und fast immer – fast bei jeder Frau – gibt es irgendwo einen unverarbeiteten Verlust. Manchmal einen Menschen. Manchmal eine Version von sich selbst. Manchmal eine Hoffnung, die nie in Erfüllung gegangen ist.

„Loslassen ist keine Schwäche. Es ist der mutigste Schritt, den du gehen kannst."

Denn solange du festhältst – an Schmerz, an alten Geschichten, an dem, was hätte sein sollen – kannst du nicht wirklich ankommen. Nicht bei dir selbst. Nicht im Leben, das auf dich wartet.

Mein Bruder und mein Vater haben mir das gelehrt. Nicht durch ihre Worte – sondern durch ihren Tod. Das Leben ist jetzt. Nicht morgen, wenn alles besser ist. Nicht wenn du endlich loslassen kannst. Jetzt.

Du erkennst dich darin?

Wenn du spürst, dass du festhältst – an Schmerz, an alten Mustern, an einem Leben, das sich nicht mehr richtig anfühlt – dann lade ich dich ein, den ersten Schritt zu machen.

Mara Giannachi
Mara Giannachi
Transformation Coach aus der Schweiz. Sie begleitet Frauen dabei, innere Blockaden aufzulösen und ein Leben in echter Freiheit zu gestalten – mit systemischem Coaching, Human Design und Nervensystem-Arbeit.
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